Schwarzwälder am Schlitten auf der Wiese
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Ergebnis der Leistungsprüfung in Marbach 2021

Die Kaltblüter, Altwürttemberger und Ponys konnten sich an den Leinen beweisen

Traditionell im September stellen sich die Kaltblüter, Altwürttemberger und Ponyrassen ihren Leistungsprüfungen im Ziehen und Fahren in Marbach und St. Märgen. Aufgrund der Vielzahl an Nennungen musste man dieses Jahr für die Prüfungen in Marbach sogar einen dritten, zusätzlichen Prüfungstag anbieten. 

Den Anfang machten in Marbach zunächst die vierjährigen und älteren Kaltblutstuten und Altwürttemberger. 17 Stuten stellten sich der Prüfung. Die meisten von ihnen waren Vertreterinnen der Rasse Schwarzwälder Kaltblut, aber auch eine Noriker-Stute und zwei Pfalz-Ardenner-Kaltblutstuten sowie eine Altwürttemberger-Stute gingen an den Start. Mit 8,29 setzte sich die Schwarzwälder-Stute Flocke an die Spitze der Gruppe. Die 2013 geborene Tochter des Rubiniero stammt aus der Zucht der Zuchtgemeinschaft Tanya Schmidt und Gerhard Schröder und wurde von Svenja Schultheiß vorgestellt. Für ihr sehr gutes Interieur gab es eine glatte 9 für das Ziehen (Schwachholz und schwerer Zug) eine 8,55 und für das Fahren (Dressuraufgabe und Fremdfahrer) eine 7,5. Ganz knapp hinter ihr, mit einer Gesamtnote von 8,28, rangierte die Noriker-Stute Mira der Familie Egetemeyer, eine 2017 geborene Tochter des Schaller Vulkan XVI. Mira punktete besonders mit der besten Interieur-Note der gesamten Klasse: 9,21 schlug hier für sie zu Buche. Das Ziehen wurde von den Richtern mit 8,6 bewertet, das Fahren mit 7,25. 

Am zweiten Prüfungstag in Marbach waren früh am Morgen zunächst die Hengste an der Reihe. Acht Kandidaten, ausnahmslos Schwarzwälder Kaltblüter, stellten sich den Richtern. Es siegte der dreijährige Marbacher Landbeschäler Markgraf v. Markus, der von seinem Ausbilder Karl-Heinz Bleher vorgestellt wurde. Der kompakte und gut kon­struierte Hengst wurde bereits bei seiner Körung in St. Märgen 2020 mit der Junghengstprämie ausgezeichnet. In Marbach bewies er einmal mehr sein ausgesprochen gutes Interieur (9,14), das Ziehen wurde mit 8,85 bewertet und für das Fahren gab es eine 7,63. Mit einer Endnote von 8,46 war er nicht zu schlagen. Nicht minder beeindruckend ist die Leistung des zweitplatzierten Hengstes: Valentino v. Vento wurde von Selina Schultheiß in Szene gesetzt. Die Endnote 8,35 setzte sich aus einer 8,86 für das Interieur, 7,88 für das Fahren und einer 8,4 für das Ziehen zusammen. Nach den Hengsten waren die dreijährigen Kaltblutstuten an der Reihe. Zehn Schwarzwälder Kaltblüter und zwei Noriker-Stuten hatten sich in die Startliste eingetragen. Die Siegerin ist keine Unbekannte: Elischa Rosalie v. Roter Milan aus der Zucht von Egon Fischer hatte sich letztes Jahr bei der Verbandspferdeschau in Marbach den Zukunftspreis als beste Zweijährige sichern können. Nun konnte sie sich auch an den Leinen behaupten. Beeindruckend ist ihre konstant gute Leistung in allen Teilprüfungen: 8,61 gab es für das Interieur, 8,63 für das Fahren und eine 8,15 für das Ziehen. Mit 8,33 sicherte sich F-Ma­thilda den zweiten Platz in der Gruppe. Die Tochter des Markus erhielt als Teilnoten 8,75 (Interieur), 7,75 (Fahren) und 8,65 (Ziehen). 

Die Ponyhengste und -stuten zeigten am dritten Prüfungstag in Marbach ihr Können an den Leinen. Zur Hengstleistungsprüfung traten drei Hengste an. Es siegte der Shetlandpony-Hengst Caisey van de Hoek v. Winningmood v. d Toom mit einer Endnote von 7,59. Er wusste mit seinem angenehmen Interieur (8,0) zu gefallen, für den Trab gab es eine 7,5, Schritt 7,0 und die Fahranlage wurde mit 7,63 bewertet. Auch bei den Ponystuten gingen die Kandidatinnen an den Start und wieder hatte ein Shetlandpony die Nase vorn. Die bereits 2011 geborene Pyra v. Supervisor van de Achterhoek setzte sich mit deutlichem Abstand durch und konnte ihre ganze Erfahrung ausspielen. Ihre gewichtete Endnote lautete 8,43, zusammengesetzt aus den Einzelnoten der Fahranlage (8,6) und der Bewertung für den Schritt (8,5) und den Trab (8,0). 

In St. Märgen schlossen fünf der sieben dreijährigen Stuten ihre Leistungsprüfung ab. Allen voran: Ifenja von Feldsee aus der Zucht von Hannes Buderer mit 8,66. Für Interieur, Fahren und Ziehen (9,0/8,63/8,25) war keine Note schlechter als 8. Vorgestellt wurde die sympatische Stute von Svenja Schultheiß. Apropos Svenja Schultheiß: An ihren Leinen ging nicht nur die Siegerin, sondern auch die Zweit- und Drittplatzierte bei den dreijährigen Stuten! Platz zwei sicherte sich die Markus-Tochter Kalina mit einer gewichteten Endnote von 8,28. Auch sie bekam die höchste Note für das Interieur (8,89), das Fahren wurde mit 7,75 bewertet und das Ziehen mit 8,28. Unter allen Kaltblutklassen in St. Märgen und Marbach zeigten die dreijährigen Stuten mit 8,09 das höchste Prüfungsmittel bei der gewichteten Gesamtnote. 

Last but not least traten in St. Märgen zehn vierjährige und ältere Kaltblutstuten an, wiederum alles Schwarzwälder Kaltblüter. Die vierjährige Dachstochter Fenja sicherte sich mit 8,44 den Prüfungssieg. Sie glänzte besonders mit einer glatten 9 für das Ziehen – besser geht es fast nicht. Ihr Interieur wurde mit 8,82 bewertet, das Fahren mit 7,75. Mit 8,38 nur knapp dahinter rangierte Rubineska abstammend von Falkenstein, die für ihr Interieur die glatte 9 erhielt, das Ziehen wurde mit 8,9 bewertet und das Fahren mit einer Note von 7,5.

Text: Reiterjournal

Siegerhengst Markgraf v. Markus (Foto: D. Matthaes)

Leistungsprüfung Ziehen und Fahren für Kaltblutpferde, Pony (Fahren), Altwürttemberger (Fahren)

In den Zuchtprogrammen für Kaltblutpferde ist die gestaffelte Überprüfung der Eigenleistung eine unabdingbare Voraussetzung für die anschließenden Selektionsmaßnahmen. Im ersten Schritt werden bei der Eintragung in das Zuchtbuch, neben der Gesundheit auch die Merkmale Rasse- und Geschlechtstyp, der funktionale Körperbau, die Korrektheit des Fundaments und der Bewegung sowie die Grundgangarten Schritt und Trab (ggf. Galopp) und der Gesamteindruck bewertet. Eine Prüfung der Eignung als Zug- und Fahrpferd erfolgt im zweiten Schritt in einer dreiteiligen Leistungsprüfung im Ziehen und Fahren. Die mit einer Mindestnote abzulegende Leistungsprüfung ist bei Hengsten Voraussetzung für eine unbeschränkte Zuchtzulassung (Eintragung in das Hengstbuch) und bei Stuten Voraussetzung zur Anerkennung als Hengstmutter. Zudem sollten alle am Zuchtprogramm teilnehmenden Stuten eine Leistungsprüfung im Ziehen und Fahren absolvieren.

Die Leistungsprüfung im Ziehen und Fahren unterteilt sich in die Teilprüfungen Prüfung am Zugschlitten, Schwachholzziehen, Einspännerprüfung im Fahren und Fremdfahrertest.

Die Prüfung wird in der Regel für Kaltblutpferde als eintägige Feldprüfung durchgeführt, das Ablegen einer Stationsprüfung ist ebenfalls möglich. Als Ergebnis werden neben der Gesamtnote und der Platzierung auch Merkmalsblocknoten für das Interieur, die Zug- sowie die Fahreignung ermittelt. In Baden-Württemberg führt das Haupt- und Landgestüt Marbach jährlich im September in Marbach eine Feldprüfung für Kaltblutengste und -stuten sowie in St. Märgen eine Prüfung für Kaltblutstuten durch.

Seit 1994 legten beim Schwarzwälder Kaltblut, der heimischen Kaltblutrasse in Baden-Württemberg, insgesamt über 1.000 Pferde erfolgreich die Prüfung im Ziehen und Fahren ab.

Das Altwürttemberger Pferd als „Herr und Bauer“ hatte seinen Einsatz vor allem in der Landwirtschaft und als Reit- und Fahrpferd für die bäuerliche Bevölkerung. Leistungsprüfung und Selektion bildeten schon immer die Grundlage für die Zucht und Erhaltung dieser Rasse. Heute richten sich die Bemühungen auf die Erhaltung der noch vorhandenen Pferde und der Konzentration auf einen möglichst hohen und einheitlichen Genanteil. Im Erhaltungszuchtprogramm des Pferdezuchtverbandes Baden-Württemberg sind Selektionsmaßnahmen hinsichtlich des Exterieurs, Interieurs und Leistung im Gespann und unter dem Sattel freiwillig. Hengste und Stuten legen ihre Leistungsprüfung in der Regel als eintägige Feldprüfung im Fahren ab. In einer Dressuraufgabe werden die Pferde im Einspänner in der Fahrtauglichkeit sowie in den beiden Grundgangarten Schritt und Trab sowie im sich anschließenden Fremdfahrertest geprüft.

Die Ponyzucht ist in Deutschland mit einer großen Rassenvielfalt vertreten. Neben einem einwandfreien Charakter, einem gutmütigen Temperament, Gesundheit und Robustheit wir vor allem für den Einsatz als Reit- und Fahrpony eine große Leistungsbereitschaft gefordert. Ponyrassen über 138 cm stellen ihre Leistungsbereitschaft unter dem Sattel, kleinere Ponys in einer Einspännerprüfung mit Fremdfahrertest unter Beweis.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Pferdezuchtverband Baden-Württemberg (www.pzv-bw.de) und beim Haupt- und Landgestüt Marbach (www.gestuet-marbach.de).

Ihre Ansprechpartner

Dr. Carolin Eiberger

Stellvertretende Gestütsleiterin

(0 73 85) 96 95-26
(0 73 85) 96 95-10
carolin.eiberger@hul.bwl.de


Manfred Weber

Zuchtleitung Kaltblut und Kleinpferde
Pferdezuchtverband Baden-Württemberg
(0 73 85) 9 69 02-22
(0 73 85) 9 69 02-20
manfred.weber@pferde-bw.bwl.de

 

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